Auf der Jurasüdfuss-Bahn unterwegs

Panoramareich durch das Dreiseen-Land von Basel nach Lausanne und Genf

Bielersee am Abend
Die Jurasüdfusslinie verbindet die Städte Basel und Genf auf einer eindrucksvollen Panorama-Bahnstrecke.

Anders als für die Schweiz gewohnt, begleiten hier keine alpinen Landschaften die Fahrt.

Der Zug fährt durch das Drei-Seen-Land, das sich rund um die Bieler-, Murten- und Neuenburger Seen erstreckt und entfaltet vor den Augen ein abwechslungsreiches Panoramabild. Die  wunderschöne Seenlandschaft wird von den sanften Hügeln des romantischen Juragebirges ergänzt.

Hübsche kleine Städte reihen sich aneinander, zahlreiche Gaststätten bieten genussreiche Aufenthalte und auf den hügeligen Landschaften kann man sich dem Anblick der Freiburger Pferde, der einzigen Pferderasse der Schweiz, erfreuen.

Die Strecke wird von den Zügen der SBB bereist und verläuft entlang des südlichen Randes des Juragebirges über Biel/Bienne und Neuchatel nach Lausanne und weiter über Morges nach Genf. 

Eine Besonderheit der Strecke ist ihre Verbundenheit mit der Uhrenindustrie. Auf der Linie liegen nämlich die wichtigsten Uhrenstädte der Schweiz: Biel, Le Locle, La Chaux-de-Fonds und Genf

Besondere Merkmale:
  • durch das liebliche Drei-Seen-Land, entlang des Jurasüdfusses
  • vorbei an den Bieler-, Neuenburger- und Genfer Seen
  • durch die Uhrenmacher-Region der Schweiz
Folgen Sie hier den Streckenverlauf des Zuges und erfahren Sie mehr über die Orte und Landschaften auf seinem Weg:

Basel

Startpunkt der Reise ist Basel, die zweitgrößte Stadt und "Pforte" der Schweiz.

Die Stadt liegt am Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich, und der Schweiz.

Die traditionelle Geschichte der Stadt begegnet dem Gast überall. Winkelige Gassen, Patrizierhäuser mit geschmückten Fassaden, Stadttore, an die 150 Brunnen und das reich verzierte Rathaus – die Altstadt von Basel ist ein Erlebnis.

Kleine Boutiquen, Antiquariate und Läden moderner Designer laden hier zu Besuch ein. Über allem erhebt sich das romanisch-gotische Münster, das Wahrzeichen der Stadt, aus rotem Sandstein mit Rautendach und Zwillingstürmen erbaut.

Mit knapp 40 Museen, darunter die international bekannten wie das Kunstmuseum Basel, das Museum des Eisenplastikers Jean Tinguely, die Fondation Beyeler und das Museum der Kulturen, weist Basel die größte Museumsdichte in der Schweiz auf. Zudem bietet die Stadt zahlreiche Galerien, Theater, Kleinbühnen und Konzerte.  

Es lohnt sich vor der Reise ein oder sogar mehrere Tage in Basel zu verbringen, um die ganze Fülle des Angebots richtig auskosten zu können.

Eine kräftige Unterstützung leistet dabei das Basel Mobility Ticket, welches beim Ein-Checken in eins der Baseler Hotels ausgehändigt wird und zur freien Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr in Basel ermächtigt.

Ein unverzichtbarer Teil des Baseler Freizeit-Angebots ist der Rhein, das "heimliche Wahrzeichen" der Stadt.

Im Rhein schwimmen, den Fluss auf einer Fähre wie vor 150 Jahren überqueren, eine Schifffahrt an Bord der weißen Flotte unternehmen oder einfach die in Richtung Nordsee auslaufenden Schiffe im Hafen beobachten – es hängt ganz von Ihnen ab.

Tierfreunde finden in Basel den ältesten und größten Zoo-Garten der Schweiz, liebevoll "Zolli" genannt. Das Löwengehege "Gamgoas", das Vivarium und das Affenhaus sind nur Teile einer großen Begegnung mit der faszinierenden Tierwelt.

Ein Spaß für die ganze Familie verspricht auch der Ausflug auf den Affenberg. Im Naturpark auf den Hügeln vom Elsass kann man etwa 200 Bergaffen bei ihrem täglichen Treiben erleben.

Zu den sehenswerten Objekten der Stadt gehört auch der botanische Garten, in der Nähe des Spalentors, welcher zu den ältesten Gärten dieser Art im deutschen Sprachraum gehört. 

Besonders erwähnenswert sind hier die Kakteen- und Orchideen-Sammlungen sowie das Tropenhaus. Ganz in der Nähe von Basel lädt die Ermitage von Arlesheim zum Besuch ein. 

Der größte englische Landschaftsgarten der Schweiz verzaubert mit der einheitlichen Wirkung von Natur- und Mensch-Schöpfung. Ein begehrter Wallfahrtsort und beliebtes Ausflugs- und Wanderziel ist das Benediktiner Kloster Mariastein im Dorf Flüh, etwa 30 Minuten Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Basel entfernt.

Biel/Bienne

Weiter geht die Reise nach Biel, dem Tor zum Dreiseenland. 

Die Stadt am Bieler See hat viele Bezeichnungen. Marken wie Rolex, Swatch, Omega, Tissot, Movado und Mikron, die hier zu Hause sind, bestimmen sie als DIE Uhrenmetropole der Schweiz.

In Biel/Bienne verläuft die Sprachgrenze zwischen Deutsch und Französisch und somit ist sie die größte zweisprachige Stadt des Landes und einzige Stadt der Schweiz, wo eine gesetzliche Pflicht zur Zweisprachigkeit im Umgang mit den Behörden existiert.

Die intakte Altstadt besticht mit einem erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern. In seinen historischen Gassen laden kleine Geschäfte, lokale Gewerbe und Restaurants zum Besuch ein.

Sehenswert sind die gotische Stadtkirche, das Zunfthaus zu Waldleuten, der Vennerbrunnen sowie das Rathaus. Das Gebäude des Theater-Orchesters Biel Solothurn, ein altes Zeughaus, gilt als das kleinste öffentliche Ensembletheater der Schweiz.

Mit seiner Lage am östlichen Ende des Bieler Sees und am Fuße des Juragebirges ist die Stadt ein beliebter Erholungsort und Ausgangspunkt zahlreicher Ausflüge.

Verschiedene Wanderwege führen von oder vorbei an Biel durch malerische Landschaften und gut erhaltene mittelalterliche Städte wie Nidau, Twann, La Neuveville und Erlach.

Viel Wissenswertes wird auf dem Rebbau-Weg am Nordufer des Sees mit Besuch des Rebbau-Museums in Ligerz beigebracht.

Für Liebhaber der Höhenwanderungen ist der Jurahöhenweg nach Twann zu empfehlen.

Besonders erlebnisreich ist der Abschnitt vom Twannberg nach Twann, geprägt von wunderbaren Ausblicken auf den See und die Petersinsel. Unterwegs wird auch Magglingen besucht, ein wichtiges Sportzentrum der Schweiz und der Trainingsort der schweizer Spitzensportler.

Eine Zahnradbahn sorgt für das bequeme Aufsteigen von Biel nach Magglingen. Nicht weniger interessant ist der Aufstieg (besonders toll für Biker) auf den Chasseral, den höchsten Punkt in der Region. Auf den Weg hinauf entfalten sich grandiose Ausblicke auf das Alpen- und Juramassiv.

Bielersee

Ein besonderer Genuss ist die Schifffahrt über den Bielersee.

Der Bieler See ist einer der größten Jurarandseen der Schweiz, entstanden aus dem einst existierenden über 100 km großen Solothurnersee. Zu den Reizen des Sees zählt die St. Petersinsel (eigentlich eine Halbinsel) bei Erlach.

Goethe, Kaiserin Joséphine sowie die Könige von Preussen, Schweden und Bayern zählen zu den namhaften Besuchern der idyllischen Halbinsel. Ein Teil der St.Petersinsel steht heute unter Naturschutz und bietet Lebensraum für zahlreiche seltene Vögel. 

Die Schiffe der Bieler Flotte, darunter der größte solargetriebene Katamaran der Schweiz, der MobiKat, laden zu Ausfahrten entlang des mit kleinen Winzerdörfern und Rebbergen gesäumten Nordufers bis zur St.Petersinsel ein. 

Die Bahn bietet ebenfalls schöne Ausblicke bei der Fahrt entlang des Seeufers, vorbei an Weinbergen und reizvollen kleinen Dörfern.

Nach dem über 2km langen Tunnel Vingelz folgt der familienfreundliche Ferienort Twann und kurz danach das kleine Winzerdorf Ligerz. Sehenswert ist hier die mitten im Rebberg gelegene Dorfkirche, die als das Wahrzeichen des Rebbaus in der ganzen Region gilt.

Die Fahrt geht weiter entlang dem See nach La Neuveville (auf deutsch Neuenstadt) mit einem gut erhaltenen historischen Stadtkern und einem schönen Strand. Sehenswert ist auch die Vorstadt (Faubourg), sowie die weiße Kirche, die älteste in der Stadt und die Burg Schlossberg, im 13. Jh. oberhalb des Städtchens gebaut.

Bei Le Landeron, einem historischen Städtchen am Jurasüdfuss mit einer gut erhaltenen, denkmalgeschützten Altstadt, verlässt die Bahn das Ufer des Bieler Sees und eilt weiter zur nächsten Seenlandschaft im Drei-Seen-Land.

Neuenburgersee

Nach dem Tunnel von Saint Blaise erfolgt im gleichnamigen Ort mit schönen Patrizierhäusern die erste Begegnung mit dem Neuenburgersee.

Mit fast 218 qkm ist er der größte See im Drei-Seen-Land und zugleich auch das größte Wasserbecken, welches vollständig auf schweizerischem Gebiet liegt (in den Kantonen Neuenburg, Waadt, Freiburg und Bern). Die Landschaft um den Neuenburgersee wird durch die Rebberge am Nordufer und das Sumpfgebiet am Südufer geprägt.

Die "Grande Cariçaie" ist mit einer Fläche von 3000 Hektaren das größte Seeufer-Sumpfgebiet der Schweiz und die Heimat von etwa 800 Pflanzenarten und über 10.000 Tierarten.

Zahlreiche Naturstrände mit Sand, Kiesel und Steinen locken zu sommerlichem Vergnügen im und um das Wasser. Um die Region auf einer angenehmen Art und Weise zu erkunden, lohnt es sich mit einem der 9 Schiffe der Neuenburger- und Murtensee-Schifffahrt eine Drei-Seen-Fahrt zu unternehmen.

In etwa 4 Stunden bringen Sie die Schiffe durch alle 3 Seen und bieten malerische Ausblicke und eine wunderbare Weitsicht. Dabei verfügen sie auch noch über eine exzellente Bordgastronomie, die das Reiseerlebnis abrundet.

Neuenburg

Der größte Ort am Ufer des Sees und Hauptort des gleichnamigen Kantons ist Neuenburg (auch Neuchatel).

Die Stadt besticht mit einer schönen Strandpromenade, die zum Flanieren und Entspannen einlädt. Die vielen Straßencafés, der Marktplatz und die schönen historischen Sandstein-Bauten schaffen ein Bild wie auf einer Postkarte.

Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten der Stadt zählt das Maison des Halles. Einst als Markthalle gebaut, ist das historische Bauwerk heute ein Treffpunkt für Genießer im Zentrum der Stadt. Weiter, vorbei an dem schönen Banneret-Brunnen (genau wie das Maison des Halles ein Werk des hiesigen Baumeisters Laurent Perroud), kommt man zur Kollegiatskirche.

Als Hauptkirche der Stadt thront sie majestätisch auf dem Schlosshügel zusammen mit dem anderen historischen Wahrzeichen der Stadt, dem Schloss von Neuchatel. Das älteste Bauwerk von Neuenburg, der Gefängnissturm ("Tour des Prisons"), bietet von April bis September einen großartigen Ausblick über die Stadt und auf die Berge. 

Eine herrliche Aussicht genießt man ebenfalls von Chaumont aus, dem Neuenburger Hausberg in etwa 1000 m Höhe. Bereits die 10-minütige Fahrt mit der Standseilbahn bietet ein echtes Erlebnis für die Augen mit dem fantastischen Panoramabild des Sees und der Stadt unter den Füßen.

Nicht zu verpassen ist auch das Laténium, das größte archäologische Museum der Schweiz, sowie das Museum für Kunst und Geschichte im "Palais des Beaux-Arts", wo die Automatensammlung Jacquet-Droz (ausgesuchte Beispiele der Uhr- und Automatenindustrie des 18.Jh.) zu besichtigen ist.

Yverdon-les-Bains

Weiter eilt der Zug vorbei am schönen See und wunderbaren kleinen Orten nach Yverdon-les-Bains, dem nächsten Halt der IC-Züge.

Die kleine Stadt, eingebettet zwischen dem Jura, der Broye und dem See ist ein beliebter Badeort mit jahrtausendlangen Traditionen. Die Überreste der römischen Therme zeugen davon, dass die heilende Wirkung des schwefelhaltigen, etwa 30 Grad heißen Wassers bereits in der Antike bekannt und genutzt worden ist.

Der heutige moderne Thermalkomplex, welcher samt Hotel und der Villa d’Entremonts unter Denkmalschutz steht, sorgt mit drei Becken und zahlreichen Wellness-, Fitness- und Freizeitanlagen für wohltuende Entspannung.

Dank seiner Thermalquelle blickt der kleine Jura-Ort auf eine lange Geschichte zurück, die sich heute in den 45 Menhiren aus der Jungsteinzeit, (vertikal aufgestellte und verankerte lange Steine), den keltischen Ruinen, dem römischen Castrum und den mittelalterliche Schlössern und Burgen entdecken lässt.

Eindrucksvoll ist auch das Stadtzentrum mit erhaltenen mittelalterlichen und klassizistischen Gebäuden.

Die Altstadt wird vom Schloss des Savoyens dominiert, welcher im 13. Jh. von Peter II. von Savoyen erbaut wurde und eine Zeit lang das weltberühmte Erziehungsinstitut von Pestalozzi beheimatete. Heute kann man am Platz Pestalozzi (vor der Kirche) das Denkmal des Erfinders der modernen Schule besichtigen.

Im Schloss kann man das historische Museum der Stadt und das Schweizer Modemuseum besuchen. Nicht entgehen lassen sollte man sich ein Besuch im europaweit ersten Museum für Science Fiction im "Haus von Anderswo", zu dem auch das Espace Jules Verne mit ca. 20.000 Dokumenten gehört.

Yverdon-les-Bains besticht auch mit wundervoller Natur.

Die Stadt ist Ausgangspunkt für die größte Seeufer-Sumpflandschaft der Schweiz, die Grande Cariçaie. Im benachbarten Naturschutzzentrum Champ-Pittet mit einem Vogelbeobachtungszentrum kann man die Naturvielfalt aus nächster Nähe erleben.

Natur erleben und dabei ein reizendes Panorama genießen, lässt sich auch bei einer Wanderung oder einer Bike-Tour zum 1606 m hohen Chasseron, einem der höchsten Jura-Gipfel.

Einen Abstecher wert, wenn man in Yverdon-les-Bains weilt, sind die nahen mittelalterlich aussehenden Städtchen Grandson (liegt auf der Strecke des Zugs, kurz bevor man Yverdon-les-Bains erreicht) und Orbe.

Das Schloss von Grandson mit seinem Oldtimermuseum und einer umfangreichen Armbrust-Sammlung steht unter Denkmalschutz. In Orbe kann man für die Schweiz einzigartige römische Mosaiken, Überreste einer imposanten Villa, besichtigen.

Genfer See

Der Zug verlässt nun das Drei-Seen-Land und macht sich auf den Weg zum größten der Schweizer Seen, dem Genfer See.

Mit einer Fläche von 580 qkm ist er der zweitgrößte See Mitteleuropas. Der Lac Leman (sein französischer Name) liegt zugleich auf schweizerischem (60%) und französischem (40%) Boden. 

Die Rhone durchquert den See von Ost nach West und setzt damit die Grenze zwischen der schweizerischen Romandie und der französischen Region Rhône-Alpes.

Ein Erlebnis der Superlative ist die Schifffahrt auf dem See. Die acht Schaufelraddampfer der CGN (Genfersee-Schifffahrtsgesellschaft), die die größte europäische Schiffflotte dieser Art bilden, sorgen für unvergessliche Rundfahrten, abgerundet mit feinen kulinarischen Erlebnissen.

Die Region ist bekannt für den trockenen Weißwein Chasselas und die köstlichen Fischgerichte mit Felchen oder Barsch-Filets.

Hier befindet sich das Unesco Welterbe Lavaux mit seinen berühmten Weinterrassen und malerischen Winzerdörfern. Südländischen Charme und wunderbare Aussicht auf See und Berge bieten die schönen Städte am Ufer wie Villeneuve, Montreux, Vevey, Lausanne, Morges, Rolle und Nyon.

Ein touristisches Highlight am östlichen Ende des Sees ist das Schloss Chilon bei Montreux,  das meist besuchte historische Gebäude der Schweiz.

Nicht weniger bekannt und ein beliebtes Fotomotiv ist auch der Jet d’eau, die 140 Meter hohe Wasserfontäne im Hafen von Genf. Viel über den See und seine Geschichte kann man im Genfersee-Museum in Nyon erfahren.

Taucher können selbst Überreste dieser Geschichte entdecken, z.B. bei einer Besichtigung des Wracks der Hirondell vor La Tour-de-Peilz oder der fünf kleinen Boots-Wracks vor Hermance.

Lausanne

Die erste Begegnung mit dem Genfer See ist in Lausanne, der zweitgrößten Stadt am See und Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOK).

Als Olympische Hauptstadt beheimatet Lausanne auch das weltweit einzigartige Olympische Museum – die größte Informationsquelle über die olympischen Spiele von der Antike bis heute.

Dabei geht es nicht nur darum, Informationen weiterzugeben, sondern vor allem darum, den Geist der Spiele zu vermitteln.  Eine besondere Attraktion ist die Wettkampfbahn im dazugehörenden Park, wo man sich virtuell mit dem aktuellen 100m Olympiasieger messen kann.

Lausanne genießt eine malerische Lage, auf drei Hügeln, umgeben von Weinbergen, mit dem wunderschönen Genfersee im Vordergrund und der beeindruckenden Kulisse der Savoyer Alpen auf dem gegenüberliegenden (französischen) Ufer.

Die Hauptstadt des Kantons Waadt besticht mit einer sehenswerten Altstadt (teilweise autofrei) mit schmalen Gassen und erhaltenen mittelalterlichen Bauten. Interessant ist das Schloss Saint-Maire im Zentrum der Stadt. Das Bauwerk  wurde Anfang des 15. Jh. in der damals typischen Würfelform errichtet.

Das bedeutendste Gebäude der Stadt ist die international bekannte Kathedrale von Lausanne. Sie gilt als ein herausragendes Beispiel der Gotik in der Schweiz. Das farbig gestaltete Innere, die kunstvolle Rosette sowie die neue, weltweit einzigartige Frisk Orgel sind typische Merkmale des Gotteshauses in Lausanne.

Einen Besuch wert ist auch die katholische Basilika Notre-Dame du Valentin, im Stil des Neoklassizismus gebaut.

Noch viele bemerkenswerte Architektur-Beispiele kann man in den Außen-Quartieren der Stadt entdecken, darunter das Schloss Beaulieu und das Schloss Béthusy, das klassizistische Haus Villamont, das Maison de Mon-Repos, in dem früher das Musée Olympique untergebracht war und viele mehr.

Ein Vertreter der modernen Architektur ist das täglich bis 24 Uhr für die breite Öffentlichkeit zugängliche Rolex Learning Center, ein Werk des international renommierten, japanischen Architekturbüros SANAA.

Um die Stadt als ein Ganzes zu erleben, lohnt es sich auf jeden Fall von dem Sauvabelin-Turm oder einem der anderen Aussichtspunkte einen Panoramablick über die Stadt und den See zu genießen.

Das umfangreiche kulturelle Angebot von Lausanne beinhaltet zahlreiche Museen, darunter das Musée de l'Elysée, eins der ersten fotografischen Museen Europas, das Kantonale Kunstmuseum, das zweitälteste dieser Art in der Schweiz, sowie das im alten Bischofshaus gegenüber der Kathedrale untergebrachte Historische Museum.

Einzigartig ist das Musee de l’Art brut mit der weltweit einmaligen Sammlung von Kunstwerken, geschaffen von Außenseitern in psychiatrischen Kliniken und Gefängnissen.

In der Villa der Stiftung Hermitage ist heute ein Kunstmuseum für wechselnde Ausstellungen untergebracht. Hier kann man Werke von Bocion, Degas, Magritte, Oudot und Plazzotta bewundern.

Die Stadt ist auch ein Begriff in Sachen Nachtleben. Seit den 90-er Jahren hat sich Lausanne als "Culture Club" mit einem breiten Angebot durchgesetzt. Im Zentrum des Nachtlebens steht das Flon-Quartier (Viertel), einst als Lager- und Warenumschlagplatz benutzt, heute ein modernes Stadtviertel mit avantgardistischen Gebäuden, großen Einkaufszentren und nächtlichen Vergnügungsstätten.

Auch andere Quartiere wie Tunnel, Grand-Pont und Marterey sorgen für reges Nachtleben im einst so ruhigen Lausanne.   Von Lausanne aus lassen sich wunderbare Ausflüge unternehmen (zu Fuß, mit dem Rad oder auch per Bahn), z.B. zum dem Unesco Welterbe Lavaux mit seinen Weinterrassen und köstlichen Waadtländer Weinen, die man anschließend degustieren kann. Freunde der guten Küche werden im Sommer auf verschiedene Lehrpfade zu Gasthäusern geführt, wo man für die Region typische Gerichte wie Käsefondue, Papet Vaudois (Lauchgemüse mit Saucisson), Eglifilets oder Saibling aus dem Genfersee kosten kann. Auch mit den Schiffen der CGN kann man unvergessliche Rundfahrten auf dem See machen und dabei auch die feine Waandländer Küche kennenlernen.

Nyon

Nun eilt der Zug seinem letzten Ziel entgegen: Genf.

Vorbei an Morges, einem historischen Städtchen am Ufer des Genfer Sees erreicht die Bahn das schmucke Nyon, dessen lange Geschichte in zahlreichen Bauten zu entdecken ist. 

Überreste aus der Römerzeit kann man gleich am Eingang der Stadt sehen und im Römermuseum sind zahlreiche Funde aus dem ehemaligen Noviodium zu besichtigen.

Das mächtige 5-türmige Schloss der Grafen von Savoyen beherbergt heutzutage das Porzellanmuseum mit einer wertvollen Sammlung aus der einst existierenden Porzellanmanufaktur von Nyon. Hier lädt auch das Historische Museum zur Besichtigung ein.

Das Schweizerische Landesmuseum ist in einem anderen Schloss, Schloss Pragnis, untergebracht. Im nahen Coppet, ebenfalls auf der Bahnstrecke gelegen, kann man das Schloss Coppet besichtigen, wo einst die französische Schriftstellerin und Begründerin der Literatursoziologie Madame de Staël (Baronin Anne Louise Germaine de Staël-Holstein) lebte.

Die Verbundenheit zum See spürt man im Genfer See-Museum. Mehr als 30 erhaltene Boote und über 150 Modelle, Aquarien und eine Dampfmaschine erzählen Wissenswertes über den See und die Entwicklung der Schifffahrt.

Mit dem See auf der einen Seite und dem Jura auf der anderen ist Nyon ein beliebter Urlaubsort in der Schweiz.

Der "Tobleronweg" von Nyon nach Bassins - ein leichter, aussichtsreicher Wanderweg, bestückt mit Tobleronen verbindet den Genfer See mit dem Jurafuss. Tobleronen sind Panzersperren, in der Form der bekannten Schokoladentafeln, die während des 2. Weltkrieges entlang der hier errichteten Befestigungslinie angebracht wurden.

Genf

Etwa 15-20 Minuten nach Nyon erreicht der Zug Genf, die zweitgrößte Stadt der Schweiz und Hauptstadt des gleichnamigen Kantons.

Die als "Hauptstadt des Friedens" und "kleinste Metropole der Welt" bezeichnete Stadt hat einen ausgeprägten internationalen Charakter. Eine ganze Reihe internationaler Organisationen haben ihren Sitz in Genf, darunter die UNO, das Rote Kreuz, CERN, die Weltgesundheitsorganisation und noch viele mehr.

Genf ist auch eine der schweizerischen Uhrenstädte, daran erinnert die "Horloge Fleuri", die Blumenuhr im Englischen Garten. Weltbekannt ist auch das Wahrzeichen von Genf, die Wasserfontäne Jet d’eau am Rand des Sees, deren Wasserstrahl bis 140m in die Höhe reicht und von weitem zu sehen ist. 

Das Herz der schönen Stadt ist die gut erhaltene Altstadt am linken Seeufer mit Weinstuben, Antiquitätenläden und Kunstgalerien.

Am höchsten Platz befindet sich die Kathedrale Saint Pierre. Die dreischiffige Basilika weist die höchste Anzahl romanischer und gotischer Kapitelle in der Schweiz auf. Vom Nordturm aus eröffnet sich ein wunderbarer Rundblick auf die Stadt und den See und unter der Kathedrale befindet sich eine große archäologische Ausgrabungsstelle mit Überresten aus der Antike. 

Der charmante Place du Bourg-de-Four, der zentrale Platz der Altstadt, mit dem blumengeschmückten Brunnen und den zahlreichen Straßencafés ist der beliebte Flanierort der Genfer und der Besucher der Stadt.

In der Nähe zieht Mason Tavel, ein herausragendes Beispiel der schweizerischen Bürgerarchitektur, die Aufmerksamkeit auf sich. Das Haus hat über die Jahrhunderte vielen wohlhabenden und einflussreichen Familien gehört. Heute beherbergt es eine sehenswerte Sammlung von Zeichnungen, Münzen und Fotos über die Geschichte Genfs.

Einen Besuch wert ist auch die russisch-orthodoxe Kirche, die mit einem eindrucksvollen Äußeren und zahlreichen Ikonen auffällt.

Am Platz der Nationen wird der Besucher mit dem überdimensionalen "amputierten" Stuhl des Genfer Künstlers Daniel Berset konfrontiert – ein Symbol für den Kampf gegen die Antipersonenminen.

Viele Museen laden in Genf zu Besuch ein, darunter das Internationale Museum des Roten Kreuzes und des Roten Halbkreuzes oder das Uhrenmuseum mit einer schönen Kollektion von Schmuck- und Spieluhren.

Mit 20% Grünfläche ist Genf eine der grünsten Städte Europas mit zahlreichen Parks und Grünanlagen. Sehr beliebt ist der Parc des Bastions, der alte Botanische Garten der Stadt. Die vielen Brunnen, Statuen und Denkmäler und das riesige Schachbrett schaffen sein unverwechselbares Aussehen.

Das Prunkstück ist die Mur de la Reformation (Mauer der Reformation), ein Denkmal der Gründer des Protestantismus. Die 100m lange Mauer erzählt die Geschichte von 150 Jahren Protestantismus. Die Stadt zwischen dem See und dem Juragebirge ist der Ausgangspunkt zahlreicher Ausflüge.

Die großen Schiffe laden zu aussichtsreichen Ausfahrten, und mit den "Mouettes" (Wassertaxis) kann man bequem von einem Ufer zum anderen fahren.

Mit der Seilbahn erreicht man innerhalb weniger Minuten den 1100m hohen Saleve, den auf französischem Territorium gelegenen Hausberg Genfs. Von hier aus hat man eine wunderbare Aussicht auf den See, die Stadt, die Alpenkette, den Jura und den Montblanc – absolut sehenswert!